„Vereinswesen ein echtes Pfund“

Neben intensiver Betrachtung und Bearbeitung von aktuellen Themen im Spitzengremium des Sportkreises Pforzheim rangierte das einleitende Referat von Dr. Florian Dürr (Neulußheim), dem Geschäftsbereichsleiter für Sport und Vereinsentwicklung beim Badischen Sportbund (BSB), ganz oben auf der Agenda. Als „echtes Pfund“ hatte Dürr hierbei das Vereinswesen apostrophiert, von welchem in Deutschland die Gesellschaft auch über den Sport hinaus profitiere. Zentraler Punkt sei dabei der Aspekt der Gemeinschaft. Dürr verkannte gleichwohl nicht das Problem der Vereine, künftig noch mehr ehrenamtlich tätige Mitarbeiter zu gewinnen, sowie deren Belastung wegen starker Zunahme an bürokratischen Anforderungen. Für unerlässlich erachtete denn auch die Sportkreis-Vorstandschaft das Vorhandensein von Vereinen, ohne die es keine solche Organisation wie den Sportkreis gäbe. Deshalb stellten gerade in Pforzheim die Vereine eine vorrangig zu behandelnde Zielgruppe des Verbandes dar. „Die Gesellschaft wandelt sich schnell – nicht aber die Vereine, die häufig stehen geblieben sind. Deshalb ist hier Hilfestellung von uns dringend vonnöten“, so die von Gudrun Augenstein vorgegebene Marschroute. Als zentrale Aufgabe des Sportkreises innerhalb der Standortbestimmung dieser Organisation stufte das Präsidium das Erkennen von Problemen an der Basis ein und sogleich Unterstützung anzubieten. Hierfür seien Gespräche mit den Vereinen unerlässlich, um Lösungen zu erarbeiten und praktische Maßnahmen zu offerieren. Daneben sei eine Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit anzusteuern, damit die richtige Zielgruppe erreicht und Wertschätzung erhöht werde. Der direkte Weg zu den Vereinen sei auch deshalb dringlich, so die Sportkreis-Spitze, weil bislang meist dorthin „nur“ eine Kommunikation via Fachverbänden bestand. Unausgesprochen blieb daneben auch eine Portion Kritik an der Politik. Deren karge Unterstützung für den Sport wird vielerorts als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Und es existiere, so ein drastischer Vorwurf, bei gewählten Volksvertretern eine viel zu geringe Wertschätzung der Bedeutung des Sports – ausgenommen im Sprechblasen-Wucher während so mancher Wahlkampfperiode. Anlässlich der zweiten Klausurtagung innerhalb der Ägide von Sportkreisvorsitzender Gudrun Augenstein nach 2015 erörterte das neunköpfige Präsidium zudem Punkte wie die bereits angelaufenen Vorbereitungen auf das 75. Jubiläum des Sportkreises Pforzheim im Jahre 2021, wie den Start der bundesweiten Sportabzeichen-Tour 2020 am 27. Mai in Niefern-Öschelbronn sowie weitere Projekte, welche die regionale Sportorganisation in naher Zukunft in Angriff nehmen werde. Hans-Jürgen Tannert (Kieselbronn) lieferte des Weiteren einen Überblick über solche Aktivitäten, die eng verknüpft sind mit dem Jubiläum im kommenden Jahr. Termine des Erscheinens einer Festschrift sowie die Ausrichtung eines Festaktes und einer Sport-Gala samt Inhalt wurden hierbei eingehend besprochen. In Anbetracht etlicher Nutzen liefernder Erkenntnissen aus mit ergiebigem Zeitrahmen verknüpften Diskussionen sowie wegen sich immer schneller wandelnden Phänomene in Gesellschaft und Sport denkt man inzwischen beim Sportkreis Pforzheim Enzkreis daran, Klausurtagungen künftig nicht mehr im Fünf-Jahres-Rhythmus, sondern in zeitlich weitaus geringerem Abstand durchzuführen.