Nachruf Manfred Gauß

Judo Club Pforzheim lange Zeit geprägt

 

Einen enormen  Zuspruch , welchen asiatische Kampfsportarten seit den 1950er und 1960er Jahren innerhalb der Sportszene fanden, zündete  in der Goldstadt-Region vor etwa 40 Jahren ein besonderes Highlight: Der 1955 gegründete Judo Club Pforzheim (JCP)  erreichte mit einer Zahl von über  1 000 Mitgliedern eine Dimension, die ihn innerhalb  deutschen Landen auf Position  drei  in  der Rangliste  der  Judoclubs gehievt hatte. Aus der Litanei von zahlreichen  leistungssportlichen Meriten des Vereins ragen unter anderem die 1998 errungenen  WM-Titel von Sascha Vetter und Joachim Thumfahrt im Ju-Jutsu herausEin Selbstläufer war jene überaus positive Entwicklung freilich nicht. An der Spitze des JCP agierte seinerzeit – seit 1967 –  mit Manfred Gauß ein Präsident, dessen Engagement für den Kampfsport und seinen Verein kaum zu übertreffen war. Nicht weniger als 40 Jahre – bis 2007 – führte der Pforzheimer den Judoclub. Im Alter von knapp 88 Jahren starb Gauß, der in der Pforzheimer Nordstadt zu Hause war, am 13. Mai. Am Dienstag, 24. Mai, wurde er im engsten Familien- und Bekanntenkreis auf dem Hauptfriedhof in Pforzheim beigesetzt.

Manfred Gauß vergoss während seiner  vier Jahrzehnte währenden Tätigkeit  an der Spitze des Judo Club Pforzheim viel Herzblut für den Verein. Er, immerhin Träger des 5. Dan im Judo, wurde deshalb mit etlichen Ehrungen für sein Engagement  bedacht. Im Jahre 2010 ernannte ihn der Judo Club zu dessen Ehrenpräsidenten; des Weiteren wurden dem Vater zweier Kinder die baden-württembergische Landesehrennadel, die Ehrennadel des Badischen Sportbundes, die goldene Ehrennadel des Badischen Judoverbandes und ebenso die Bürgermedaille der Stadt Pforzheim verliehen.

Mittlerweile hat sich das Angebot im Judo Club beträchtlich erweitert – neben Judo unter anderem um Sparten wie Kendo, Ju-Jutsu, Aikido, Karate, Taekwondo sowie Onoha Ittoryu Kenjutsu. Und auch der Übungsbetrieb des Vereins  war vor etlichen Jahren ins Brötzinger Tal  zum 1. CfR Pforzheim verlegt worden. Das Tätigkeitsfeld des Verstorbenen auf sportlichem Sektor hatte sich zwischenzeitlich  zudem vergrößert, als er – während der Ägide von Sportkreis-Vorsitzenden Gerhard Drautz – im Jahre 2002 neben Gudrun Augenstein und Klaus Gutscher zum Stellvertreter dieser regionalen Dachorganisation berufen worden war. Er wurde hier in den Ehrungsausschuss berufen, zum Vorsitzenden der Hallenkommission gekürt und engagierte sich für den Gedeih der Pforzheimer Sportpartnerschaft mit St. Maur. Der Judo Club Pforzheim sowie auch der regionale Sport verlor mit Manfred Gauß eine äußerst aktive und prägende Persönlichkeit.                                      

Gernot Otto