Viel Lob am Ende einer Ära - Gudrun Augenstein tritt nach zwölf Jahren an der Spitze des Sportkreises Pforzheim Enzkreis ab

„Es gibt nichts, was ich anders machen würde“, sagte Gudrun Augenstein beim Rückblick auf ihre zwölfjährige Amtszeit als Vorsitzende des Sportkreises Pforzheim Enzkreis. Bei ihrer Verabschiedung am 9. April auf dem Sportkreistag in der Hochfeldhalle in Pforzheim-Huchenfeld blickte die langjährige Sportfunktionärin in zustimmende Gesichter. Lang anhaltend war der Beifall nach ihrer letzten Rede vor den zahlreich versammelten Delegierten aus den mehr als 260 Vereinen ihres Sportkreises. In einer Welt, die vorwiegend von Männer dominiert wird, war Gudrun Augenstein eine erfrischende personelle Alternative, die mit ihrer ausgleichenden, aber auch zupackenden Art, viele Probleme in ihrem Amt zu meistern vermochte. Zu ihrem Nachfolger wurde der ehemalige Pforzheimer SPD-Stadtrat und Betriebsratsvorsitzende der Stadtwerke Pforzheim (SWP), Henry Wiedemann (64), gewählt.

Als Nachfolgerin von Gerhard Drautz war die ehemalige Pädagogin Gudrun Augenstein 2010 zur sechsten Vorsitzenden des Sportkreises Pforzheim Enzkreis gekürt worden. Zuvor war sie acht Jahre lange stellvertretende Vorsitzende. In ihrer Amtszeit an der Spitze der Sport-Dachorganisation mit rund 76000 Mitgliedern gab es viele Probleme zu lösen, zuletzt natürlich die fatalen Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Vereinen. Davor erwies sich der stetige Kampf um eine angemessene finanzielle Förderung des Sports, vor allem in der Stadt Pforzheim, als Dauerbrenner im Tagesgeschäft. Ein großes Anliegen war Gudrun Augenstein auch immer, Kinder für den Sport zu begeistern. Kooperationen mit Kitas und Grundschulen unterstützte und förderte sie mit besonderem Nachdruck - in Zeiten von Corona auch ein absolut mühsames Unterfangen.

Zahlreiche Ehrengäste machten Gudrun Augenstein bei deren letzter Sitzung im Sportkreis die Aufwartung. Pforzheim OB Peter Boch war ebenso gekommen wie der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke und Erik Schweickert (beide FDP). Boch bezeichnete Gudrun Augenstein als „Galionsfigur und Anwältin des Sports in Pforzheim. Sie haben extrem viel Gutes erreicht“, erklärte er.

Martin Lenz, Präsident des Badischen Sportbundes Nord (BSB), bezeichnete Gudrun Augenstein „als Vorbild für Frauen, aber auch für Männer“. Nach seinem Amtsantritt vor sechs Jahren habe ihn sein Weg zuallererst in den Sportkreis Pforzheim geführt. Dort habe er sich zwei Dinge abgeschaut: Die enge Vernetzung des Sports mit der Wirtschaft und die Bolzplatzliga. Lenz überreichte Augenstein die Verdienstmedaille, das ist die höchste Auszeichnung des BSB.

Auch der BSB-Ehrenpräsident Heinz Janalik war eigens angereist, um eine Laudatio auf die erste Frau an der Spitze des Sportkreises Pforzheim Enzkreis zu halten.

Gudrun Augenstein bedankte sich sichtlich gerührt für so viel Lob. Sie bedankte sich in ihrem letzten Tätigkeitsbericht auch bei allen Mitstreitern und Wegbegleitern für die gute Zusammenarbeit – und auch bei ihrem Ehemann Rolf. „Er hat mir oft mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Und er hat mich ermahnt, mich bei Reden kurzzufassen“, sagte Augenstein mit einem Augenzwinkern.

Anschließend warb sie dafür, für Henry Wiedemann als ihren Nachfolger zu stimmen. Wiedemann war der einzige Kandidat für den Sportkreisvorsitz. Der einstige Handballer und Schwimm-Funktionär wurde unter der Wahlleitung von Helmut Sickmüller einstimmig zum siebten Vorsitzenden des am 1. April 1946 gegründeten Sportkreises Pforzheim Enzkreis gekürt.

In ihren Ämtern bestätigt wurden die stellvertretenden Vorsitzenden Wolfgang Hohl, Frank Nauheimer, Frank Stephan, Jörg Augenstein sowie Sonja Eitel (Vorsitzende Ehrungsausschuss) und Iris Steffen-Baur (Sportabzeichenbeauftragte). Außerdem bestätigte der Sportkreistag die Wahl von Kevin Tepe zum Sportkreisjugendleiter und Ralf Gremmer zum Vertreter der Fachwarte. Gremmer folgt auf Reiner Hell, der dieses Amt  nach 24 Jahren abgab. Hell wurde zum Ehrenmitglied des Sportkreises ernannt. Für ihn gab es ebenso Standing Ovations wie für Gudrun Augenstein.

Henry Wiedemanns erste Amtshandlung war eine Ehrenvolle: Er stellte den Antrag, seine Vorgängerin Gudrun Augenstein zur Ehrenvorsitzenden des Sportkreises Pforzheim Enzkreis zu ernennen. Dem stimmten die anwesenden Vereinsvertreter gerne und mit lang anhaltendem Beifall zu.

Der Sportkreistag 2025 soll nach dem Votum der Delegierten bei der TSG Niefern, die sich beworben hatte, abgehalten werden.

 

Martin Mildenberger

 

Nachfolger Henry Wiedemann und Gudrun Augenstein Foto: Anna Wittmershaus

Der neue Sportkreis-Vorsitzende Henry Wiedemann Foto: Anna Wittmershaus

Gudrun Augenstein und Henry Wiedemann Foto: Anna Wittmershaus

BSB-Präsident Martin Lenz überreicht Gudrun Augenstein die BSB-Verdientmedaille Foto: Anna Wittmershaus

BSB-Ehrenräsident Heinz Janalik, Augenstein und Wiedemann Foto: Anna Wittmershaus